Gebrauchte E-Autos sind nicht mehr unverkäuflich
Über viele Jahre galten Stromer als Ladenhüter. Die Auswahl war einfach zu gering und die Skepsis, was die Lebensdauer der Batterien vor allem älterer Modelle betrifft, sehr groß. Doch in letzter Zeit ist Bewegung in den Markt gekommen. In einer Umfrage des Online-Verkaufsforum mobile.de von Mai 2025 bekundeten 11,7 Prozent der Befragten Interesse am Kauf eines gebrauchten E-Autos. Das sei eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: Bei Neuwagen mit Elektroantrieb lag der Anteil bei 17,7 Prozent, ebenfalls mit leichtem Zuwachs. Auch das Kraftfahrzeugbundesamt meldet gestiegene Zahlen bei den Besitzumschreibungen: Machten diese bei E-Autos im Jahr 2023 erst 1,6 Prozent aus, lag ihr Anteil Ende 2024 schon bei 3,4 Prozent.
E-Auto gebraucht kaufen: Leasing-Rückläufer kommen
Immer mehr Menschen entscheiden sich für gebrauchte Elektroautos – vor allem wegen sinkender Preise, vieler Leasingrückläufer und Wagen aus privater Hand. Das größere Angebot hat zudem die Preise gedrückt. In den großen Verkaufsforen fänden sich „schon einige alltags- und langstreckentaugliche Modelle, die durchaus auch als Erstauto in Betracht gezogen werden können”, schreibt etwa der ADAC. Dazu zählen Modelle, die auf rund 300 Kilometer Reichweite kommen und in angemessener Zeit wieder geladen werden können. Noch größer sei das Angebot an Fahrzeugen, die als Zweitwagen oder für Pendler genügen. Je nach Alter und Laufleistung bekomme man bis 20.000 Euro viele gute gebrauchte E-Autos. Wir haben zusammengefasst, worauf beim Kauf eines gebrauchten E-Autos zu achten ist.
Ein Akku-Check sorgt für Klarheit
Wenn Sie den Gebrauchten beim lokalen Händler kaufen, können Sie den aktuellen Zustand des Akkus erfragen oder im Zweifel einen Batterie-Check mit einem entsprechenden Zertifikat einfordern. Eine Pflichtangabe ist dieser sogenannte „State of health“ (SoH) der Batterie für den Verkäufer aber nicht. Auch auf Gebrauchtwagenportalen wie AutoScout24 oder mobile.de im Netz haben die wenigsten E-Autos ein Batteriezertifikat. Aber Sie können auch selbst aktiv werden und einen Batterie-Check machen (lassen). Das sind Ihre Möglichkeiten:
Das sollte man zur Batterie, Reifen, Bremsen und Servicestatus eines gebrauchten E-Autos beachten
Fazit
Wenn Sie auf alle genannten Aspekte achten, kann sich der Kauf eines gebrauchten E-Autos durchaus lohnen – insbesondere mit Blick auf die Kosten, den Nutzen fürs Klima und die gewachsene Modellvielfalt.
Tipp: ADAC hat Infoblätter über die wichtigsten Modelle
Für alle wichtigen Elektroautos auf dem deutschen Markt hält der ADAC jeweils ein ausführliches Gebrauchtwagen-Informationsblatt zum Downloaden als PDF bereit. Grundlage ist neben technische Charakteristika auch die Bewertung durch die Auto-Experten des ADAC-Autotest. Der ADAC listet auch alle bekannten Mängel, Pannen und Rückrufe des Modells auf und benennt die durchschnittlichen Werkstattkosten für Inspektion und Bremsenservice sowie die monatlichen Gesamtkosten (Versicherung, Betrieb, Autostrom etc.).