Erenja für Privatkunden
Historisches Wohngebäude mit weißer Fassade und verschnörkelten Fenstern unter blauem Himmel. Terrasse mit Sonnenschirm und herabgelassene Rollos sind sichtbar.

Wohnung kühlen: Hitzefrei im Sommer – ohne hohe Stromkosten

Energieeffizient kühlen und verschatten

Sommerhitze in den eigenen vier Wänden ist anstrengend – und treibt schnell die Stromkosten in die Höhe. Doch mit den richtigen Strategien können Sie Ihre Wohnung kühlen, ohne ständig die Klimaanlage laufen zu lassen.

Warum es sich lohnt, die Wohnung effizient zu kühlen

Heiße Fakten: Mehr Hitzetage auch in Nordrhein-Westfalen

Der „Lancet Countdown Europe Report 2026“ zeigt, dass die Zahl der Tage mit Gesundheitswarnungen vor extremer Hitze in Westeuropa gegenüber den 1990er-Jahren um 450 Prozent gestiegen ist; verglichen wurden dabei die Zeiträume 1991 bis 2000 und 2015 bis 2024. In Deutschland war die Hitzebelastung 2003, 2015, 2018 und 2022 besonders hoch: 18 bis 20 Hitzetage (ab 30 °C) pro Jahr. 2025 waren es etwa 11 Hitzetage. Klimamodelle prognostizieren länger anhaltende Hitzeperioden und mehr heiße Tage – auch in NRW, wie diese interaktive WDR-Karte: Heiße Tage in Kreisen und Städten in NRW zeigt.

Ein Thermometer zeigt hohe Temperaturen unter einem strahlend blauen Himmel mit Sonne.

Darum wird es in der Wohnung heiß

Sommer, Sonne und mehr als 30 Grad im Schatten – so lässt es sich im Freibad ganz gut aushalten. Aber wenn die Hitze in die Wohnung eindringt, wird es anstrengend. Ab 27 Grad Innentemperatur leiden Konzentration und Gesundheit erheblich. Wer jedoch vorschnell im Baumarkt das nächste Klimagerät kauft, erntet neben hohen Stromkosten oft nur ein laues Lüftchen. Denn die Ursachen für den Hitzestau in der Wohnung sind meist hausgemacht: Schlechte Dämmung, kein Schatten, falsch geplante Wintergärten oder riesige Dachflächenfenster holen die Hitze ins Haus oder in die Wohnung. 
Was also tun? Statt allein auf stromintensive Technik zu setzen, lohne sich der Blick auf einfache Verhaltensänderungen, kluge Verschattung und bauliche Verbesserungen, die dauerhaft Entlastung bringen, sagt Erenja-Energieexperte Michael Cornelissen. „Der beste Hitzeschutz verbraucht keine Energie – Nachtlüftung und Außenjalousien senken den Kühlbedarf um bis zu 50 Prozent“, bringt er es auf den Punkt.

Wie Hitze in die Wohnung gelangt

Eine junge, dunkelhaarige Frau schwitzt auf dem Sofa, hält einen Fächer und fächert sich Luft zu.

Warum heizen Süd- und Westfenster die Wohnung auf?

Der größte Teil der Sommerhitze dringt durch Süd- und Westfenster in die Räume. Tipp: Außenliegender Sonnenschutz (z. B. Rollläden) blockt bis zu 75 % der Hitze ab.

Welche inneren Wärmequellen gibt es?

Elektrogeräte, Beleuchtung oder Warmwasserbereitung geben Wärme ab. Ohne gezielte Lüftung staut sie sich – besonders in gut gedämmten oder geschlossenen Räumen.

Wohnung kühlen ohne Klimaanlage

Nachtlüften: der wirksamste Kühltrick

Lüften Sie nachts (ab etwa 22 bis 6 Uhr), wenn die Außentemperatur unter der Innentemperatur liegt. Durchzug durch gegenüberliegende Fenster senkt die Raumtemperatur um bis zu 5 °C. 

Eine Person steht am Fenster und schaut am weit geöffneten Fenster nach draußen, die Sonne scheint auf ihre Schultern und sie trägt ein einfaches T-Shirt.

Senioren und Risikogruppen: bitte lüften!

Ältere Menschen, die den ganzen Tag zu Hause sind, sollten an Hitzetagen auch tagsüber regelmäßig stoßlüften (alle 2 bis 3 Stunden für 5 Minuten), um CO₂ und Luftfeuchtigkeit zu reduzieren. Geschlossene Fenster belasten den Kreislauf!

Tagsüber weitgehend dicht und dunkel halten

Schließen Sie Fenster und Rollläden tagsüber, sobald die Außentemperatur steigt. Äußeren Hitzeschutz konsequent nutzen – am besten, bevor die Sonne auf die Scheibe trifft. Fenster, die nicht (mehr) in der Sonne sind, bei Bedarf weit öffnen, damit Wärme abgeführt werden kann, aber nicht Kipplüften.

So sollten Sie zu Hause lüften

Die Grafik zeigt Ihnen genau, wie Sie zu Hause richtig lüften.

Infografik über Maßnahmen zum Hitzeschutz im Sommer, einschließlich Fensteröffnungen und Belüftungstipps.

Außenliegender Hitzeschutz: Rollläden, Markisen und Pflanzen

Je früher Sonnenstrahlung gestoppt wird, desto weniger Wärme gelangt ins Haus. Diese Maßnahmen sorgen für Abkühlung:

  • Außenjalousien, Rollläden oder Markisen schirmen bis zu 75 Prozent der Hitze ab.
  • Auch Sonnensegel oder große Kübelpflanzen auf dem Balkon bieten Hitzeschutz.
  • Kletterpflanzen an der Fassade (z. B. Wein oder Efeu) schützen vor Überhitzung und verbessern zudem das Mikroklima.
  • Beim Hausbau können Bäume als Schattenspender berücksichtigt werden. In der richtigen Position schirmen sie im Sommer mit ihrem Laub Schlafzimmer und Co. vor hitzebringenden Sonnenstrahlen ab.
  • Fensterschutzfolien reflektieren das Sonnenlicht, lassen allerdings auch im Winter weniger Wärme und Tageslicht in die Wohnung.

Was tun, wenn Außenrollläden fehlen?

Wenn Außenlösungen nicht vorhanden sind, zum Beispiel in der Mietwohnung, bietet sich ein innenliegender Hitzeschutz an:

  • Dich gewebte Vorhänge oder Plissees mit reflektierender Rückseite halten einen Teil der Sonnenstrahlung draußen.
  • Wichtig: Vorhänge, Rollos oder Jalousien rechtzeitig schließen – sobald die Sonne auf das Fenster scheint.

Technische Lösungen zum Kühlen

Sollten Nachtlüften und Verschattung allein nicht ausreichen, kann sich der Einsatz von Technik lohnen:

Eine ältere Frau sitzt in der Sommerhitze auf einer Couch und genießt den Luftzug eines Ventilators.

Ventilator: stromsparende Alternative zur Klimaanlage

Ventilatoren verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Strom als Klimageräte. Sie kühlen die Luft zwar nicht aktiv, können die gefühlte Temperatur aber um einige Grad senken – ganz besonders, wenn die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung hoch ist. Für eine spürbare Wirkung kommt es auf die richtige Platzierung an: In jeder Wohnung gibt es Räume, die kühler sind als andere. Steht ein Fenster auf der kühleren Schattenseite der Wohnung zur Verfügung – etwa zum Innenhof oder schattigen Garten –, kann ein Ventilator dort frische Luft nach innen transportieren. Alternativ lässt sich kühlere Luft auch aus dem Flur in die Wohnung ziehen, wenn der Ventilator in der Nähe der Tür positioniert wird. 

Ein Techniker erklärt einem Paar die Funktionen einer Wärmepumpe neben ihrem Haus, umgeben von Lavendelpflanzen.

Mit der Wärmepumpe im Sommer kühlen

Moderne Wärmepumpen können im Sommer auch kühlen, vorausgesetzt, die Geräte sind „reversibel“ und vom Hersteller für den Kühlbetrieb freigegeben. Wie es funktioniert: Die Wärmepumpe entzieht dem Haus Wärme und gibt sie über die Außenluft ab. „Im Kühlbetrieb arbeitet das Gerät mit deutlich niedrigeren Vorlauftemperaturen als im Heizmodus – idealerweise nur wenige Grad unter der gewünschten Raumtemperatur, um sanft zu kühlen und Feuchteschäden durch Kondenswasser zu vermeiden“, erklärt Erenja-Energieexperte Michael Cornelissen. Das Unternehmen bietet einen preisgünstigen Öko-Heizstromtarif an, der zu 100 % aus erneuerbaren Erzeugungsanlagen in Europa kommt. 

Klimaanlage – nur, wenn es wirklich nötig ist

Fest installierte Split-Geräte sind effizienter als mobile Klimageräte. Achten Sie zudem bei der Anschaffung unbedingt auf:

  • Energieeffizienzklasse A+++,
  • die passende Gerätegröße (zu große Geräte verbrauchen unnötig Strom),
  • die Kombination mit Sonnenschutz und Nachtlüftung. Das reduziert den Kühlenergiebedarf.

Viele Tipps rund um Hitzeschutz im Sommer

Von baulichen Veränderungen bis zum eigenen Verhalten – hier finden Sie Hitze-Tipps, die sich einfach umsetzen lassen.

Intelligenter Gebäudesteuerung

Smart Home: automatischer Hitzeschutz

  • Temperatur- und Lichtsensoren steuern Markisen, Jalousien oder Rollläden automatisch – sie fahren herunter, sobald die Sonne zu stark wird.
  • Smarte Fenster öffnen sich für die Nachtkühlung und schließen sich tagsüber.
  • Zeitschaltuhren oder smarte Steckdosen schalten Ventilatoren oder Rollladenmotoren zu optimalen Zeiten ein und aus.
  • Vorteil: Kein manuelles Eingreifen nötig – smarte Systeme reagieren selbstständig auf Wetterdaten
Eigentümer und Bauherren

Bauliche Maßnahmen für langfristigen Hitzeschutz

Ein wirksamer sommerlicher Wärmeschutz ist ein Zusammenspiel aus Dämmung, Fensterqualität und Sonnenschutz:

  • Moderne Fenster mit Dreifachverglasung bzw. Sonnenschutzbeschichtung halten bis zu 60 Prozent der Wärme draußen.
  • Dachdämmung verhindert das Aufheizen der oberen Stockwerke.
  • Dachbegrünung senkt die Innentemperatur um 3 bis 5 °C.
  • Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst Einzelmaßnahmen wie Wärmedämmung, Fenstertausch und den außenliegenden Sonnenschutz mit 15 Prozent der Investitionssumme – im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) sind es sogar 20 Prozent. Auch Dachbegrünungen sind förderfähig.
Eine Frau in einer weißen Bluse trinkt Wasser in einer modernen Küche mit hellen Farben. Pflanzen und Küchengeschirr sind sichtbar.

Hitze und Gesundheit: worauf Sie achten sollten

Eine hohe Luftfeuchtigkeit (mehr als 60 Prozent) in der Wohnung macht Hitze noch belastender – der Körper kann weniger schwitzen. Tipps:

  • Ventilatoren oder leicht geöffnete Türen sorgen für Luftbewegung.
  • Trinkmenge erhöhen (2 bis 3 Liter am Tag) und körperliche Aktivität in die Morgen-/Abendstunden verlegen.
  • Luftbefeuchter meiden – sie erhöhen die Feuchtigkeit zusätzlich!

Wohnung im Sommer kühlen – die wichtigsten Fragen und Antworten

Die besten Sommer-Energiespartipps

Im Sommer hat die Heizung Urlaub – doch Möglichkeiten, Energie zu sparen gibt es auch, wenn’s draußen warm ist. Unsere einfachen Tipps finden Sie im Erenja-Magazin.