Erenja für Privatkunden
Ein kleiner Junge berührt einen Lichtschalter an der Wand, während er in einem modernen Raum steht, umgeben von dekorativen Elementen.

Smart Home im Neubau: Unser Haus denkt mit

Smart Home: Wenn das Haus mitdenkt

Jalousien schließen automatisch, Lichter gehen von selbst an und aus, geheizt wird nur, wenn es nötig ist. Der Neubau von Sebastian Kleine-Vogelpoth in Schermbeck passt sich dem Alltag seiner Bewohner an. Die Mehrkosten für das Smart Home beziffert der Hausbesitzer auf rund 10.000 Euro gegenüber einer herkömmlichen Elektroinstallation. Doch wie lebt es sich in einem Haus, das mitdenkt?

Wenn Sebastian Kleine-Vogelpoth abends den Smart-TV einschaltet, beginnt im Wohnzimmer eine kleine Choreografie. Eine Steckdose registriert den Stromfluss, der Mini-Server im Keller erkennt: Fernsehabend. Je nach Jahreszeit, Helligkeit und Sonnenstand fahren die Außenjalousien herunter, das Licht wird gedimmt, die Beleuchtung im Wohnzimmerschrank geht an.

Licht- und Rollladensteuerung funktionieren auch ohne App

Im Alltag übernimmt das Smart Home für die vierköpfige Familie viele kleine Entscheidungen: Betritt jemand im Dunkeln einen Raum, schaltet sich das Licht ein und geht beim Verlassen wieder aus. Die Lamellen der Außenjalousien richten sich automatisch nach Wetter, Sonnenstand und Jahreszeit aus – im Sommer schützen sie vor Hitze, im Winter nutzen sie den Sonnenschein, um die Räume zu erwärmen. Wetterstation und Fensterausrichtung liefern die nötigen Daten. 
Die Bewohner müssen dafür weder etwas einstellen noch zum Handy greifen. „Ein richtiges Smart Home funktioniert im Alltag auch komplett ohne App, sonst wäre es ein Smartphone-Home“, hat der Elektriker den Bauherren erklärt. Die App dient vor allem der Einrichtung oder manuellen Anpassungen. Im Alltag arbeiten Automatisierungen und Sensoren im Hintergrund.

Ein Mann installiert ein Tablet an einer Wand in einem hellen Raum.

Smart Home im Neubau: Technik, die im Hintergrund bleibt

Kleine-Vogelpoth, der beruflich Großkunden von Erenja in Sachen Energie berät, hat das neue Zuhause für seine Familie technisch durchdacht: Ein kabelgebundenes Smart Home-System von „Loxone“ vernetzt Beleuchtung, Außenjalousien, Fußbodenheizung, Musikanlage und Sicherheitstechnik. Die Steuerung läuft lokal auf einem Mini-Server im Keller – und funktioniert deshalb auch ohne Internetverbindung. Sichtbar ist davon wenig: Im Eingangsbereich hängt ein Tablet an der Wand, ein Bewegungsmelder sitzt unter der Decke. „Sonst sieht man aber nichts davon“, sagt Kleine-Vogelpoth.

In jedem Raum erfassen Smart Home-Sensoren Bewegung, Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Der Server wertet die Daten aus und setzt Regeln um, die der Elektriker gemeinsam mit der Familie festgelegt hat. Dazu verlegte der Fachmann nicht nur zahlreiche Netzwerkkabel, sondern programmierte auch die Abläufe: Wann soll welches Licht leuchten? Wie hell? Was geschieht, wenn der Fernseher angeht oder die Sonne auf die Fenster scheint?

Ein Vater zeigt seinem Sohn einen Bildschirm an der Wand, während der Junge neugierig darauf zeigt.

Smartes Haus – praktisch für Eltern und Kinder

Falls die Familie eingreifen möchte, nutzt sie meist den zentralen Wandschalter in jedem Zimmer: Ein Tippen schaltet das Licht ein, zwei- oder dreimal Tippen dimmt es stufenweise. Über die Ecken lassen sich die Außenjalousien steuern und die Musiklautstärke regeln. Sogar der erst zweijährige Sohn hat das Prinzip schnell verstanden. „Er mag es nicht, wenn die Außenjalousie im Kinderzimmer herunterfährt. Mittlerweile weiß er, wie er den Taster drücken muss, damit sie wieder hochgeht“, erzählt Kleine-Vogelpoth schmunzelnd. Außerdem misst der smarte Schalter Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Raum. Wird die Luft zu feucht, meldet die App: Zeit zum Lüften.

Bewegungsgesteuerte Automation

Sobald der Musikfan mit seinem Smartphone das Wohnzimmer betritt, startet automatisch sein bevorzugter Radiosender – aktuell das Lieblingsfeature von Sebastian Kleine-Vogelpoth. Lichtstimmungen lassen sich ebenfalls individuell anpassen. Doch selbst im perfekt orchestrierten Smarthome gibt es Situationen, die ein wenig Improvisation erfordern: Um nachts nicht durch die Beleuchtung gestört zu werden, lässt sich der Bewegungsmelder im Elternschlafzimmer manuell deaktivieren. Damit der Weg ins Bad trotzdem sicher bleibt, wurde unter dem Bett ein separater Funksensor installiert. Er aktiviert ein Orientierungslicht, wenn ein Fuß den Boden berührt.

Heizungssteuerung, Photovoltaik und Wärmepumpe

Die Technik im Haus steuert auch die Energie effizient: Die Fußbodenheizung folgt einem automatisierten Zeitplan – morgens ist es im Bad auf die Minute genau warm, abends im Wohnzimmer. Auf dem Dach erzeugt eine Photovoltaikanlage Strom, ein Batteriespeicher puffert Überschüsse für sonnenarme Zeiten. Künftig soll eine Wallbox den noch verbleibenden Reststrom automatisch für das E-Auto nutzen. Beheizt wird das Niedrigenergiehaus mit 160 m2 Wohnfläche und ausgebautem Keller über eine Erdwärmepumpe, die Energie aus dem kalten Nahwärmenetz des Neubauquartiers bezieht und auf die benötigte Heiztemperatur bringt. Die Wärmepumpe gehört allerdings dem Energieversorger und wird separat abgerechnet – der eigene Solarstrom ist daher nicht für ihren Betrieb vorgesehen.

Eine Person bedient ein Tablet an der Wand mit einer Benutzeroberfläche für eine Smart-Home-Anwendung.

Alles-Aus-Funktion spart Energie

Wer bei den Kleine-Vogelpoths zuletzt das Haus verlässt, drückt einfach die Zentral-Aus-Funktion der Smart Home Steuerung: Dann werden Geräte im Stand-by, Netzteile und vergessene Lichter komplett stromlos geschaltet. Dadurch kann die Familie übers Jahr mehr Strom sparen als der Smart Home-Server im Keller verbraucht.

Smart Home Sicherheit: Alarm, Rauchmelder, Fensterkontakte

Den Stromverbrauch im ganzen Haus schätzt Kleine-Vogelpoth auf etwa 1.000 Kilowattstunden pro Jahr. Energiesparen war für den gelernten Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen deshalb kein Hauptgrund für die Smart Home-Lösung – Sicherheit dagegen schon: Fenster und Türen im Haus sind mit Kontakten versehen, die unbefugtes Öffnen registrieren. In die Bewegungssensoren sind Rauchmelder integriert. Bei einem Einbruchsversuch gehen sämtliche Lichter an, alle Feuermelder schlagen Alarm und die Außenjalousien gehen hoch. „So fährt man mit einem guten Gefühl in den Urlaub“, sagt Kleine-Vogelpoth.

Was ein Smart Home im Einfamilienhaus kostet – und was es spart

Er schätzt die Mehrkosten für sein Smart Home im Vergleich zu einer herkömmlichen Elektroinstallation auf rund 10.000 Euro. Und wie viel Strom verbraucht die Technik selbst? Das habe sein Elektriker noch nicht durchgerechnet, so Kleine-Vogelpoth. Klar ist: Sensoren, Steuerzentrale und weitere Komponenten benötigen dauerhaft Strom. Diesen zusätzlichen Verbrauch gleicht das smarte Zuhause jedoch an anderer Stelle wieder aus. Beim Verlassen des Hauses oder vor dem Zubettgehen schaltet beispielsweise die Zentral-Aus-Funktion Geräte im Stand-by, Netzteile und vergessene Lichter aus. Bei konsequenter Nutzung kann die Familie dadurch im Jahr mehr Strom, als der Mini-Server im Keller verbraucht. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach und der Batteriespeicher können den verbleibenden Bedarf zumindest teilweise mit eigenem Solarstrom decken.

Hausautomation übernimmt das Denken

Mehr Zeit gewinnt Sebastian Kleine-Vogelpoth durch die Automatisierung nicht unbedingt – schließlich sind Lichtschalter und Jalousietaster zu bedienen eingeübte Routinen. Der eigentliche Gewinn liegt darin, dass er an viele kleine Handgriffe gar nicht mehr denken muss. Das Haus übernimmt sie im Hintergrund. Ob das nicht bequem macht? Kleine-Vogelpoth überlegt kurz. „Vielleicht wird mein Jüngster sich später wundern, dass bei seinen Freunden das Licht nicht von allein ausgeht, wenn sie den Raum verlassen. Das muss er dann noch lernen.“ 

Smart Home in der Mietwohnung nachrüsten

Auch eine Mietwohnung lässt sich ohne aufwendigen Umbau vernetzen. Smarte Heizkörperthermostate, Lampen und Zwischenstecker sind schnell eingerichtet und werden meist per Funk mit einer App verbunden. Wichtig dabei: Schützen Sie Ihre Daten! Vernetzte Geräte können Informationen über den Alltag im Zuhause erfassen. Deshalb: voreingestellte Passwörter ändern, starke eigene Passwörter wählen und Updates zeitnah installieren.

Smart Home für Senioren – mehr Sicherheit im Alltag

Smarte Home-Technik kann älteren Menschen helfen, länger selbstständig zu Hause zu leben. Automatisches Licht erleichtert nachts den Weg ins Bad oder in die Küche und hilft so, das Sturzrisiko zu verringern. Vernetzte Rauchwarnmelder kommunizieren untereinander: Schlägt ein Sensor zum Beispiel im Keller oder in der Küche im Erdgeschoss Alarm, warnen zeitgleich auch alle anderen Melder im Haus, sodass das Signal auch im Schlafzimmer im Obergeschoss gehört wird. Intelligente Bewegungsmelder und Präsenzsensoren schlagen Alarm, wenn ungewöhnlich lange keine Bewegung registriert wird. Auf Wunsch benachrichtigt es automatisch die Angehörigen, sodass im Ernstfall Soforthilfe organisiert werden kann.

So funktioniert ein Smart Home

1.

Smart Home-Sensoren

Smart Home-Sensoren erfassen zum Beispiel Bewegung, Luftqualität, Helligkeit, Temperatur oder geöffnete Fenster.

2.

Smart Home-Zentrale

Die Smart Home-Zentrale verarbeitet diese Informationen automatisch nach vorher festgelegten Regeln. 

3.

Aktoren

Aktoren setzen die Regeln um: Sie dimmen Licht, bewegen Jalousien, schalten Steckdosen, lösen Alarm aus oder regeln die Heizung.

Fragen rund um Smart Home