Energiewende: Die Energieversorgung der Zukunft ist erneuerbar
Um die globale Klimaerwärmung zu bremsen, hat sich Deutschland verpflichtet, bis 2030 den CO2-Ausstoß um 65 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. Im Jahr 2045 darf nur noch so viel CO2 ausgestoßen werden, wie an anderer Stelle wieder ausgeglichen wird. Man spricht hier auch von Netto-Null-CO2-Emissionen. Nach 2050 werden negative Treibhausgasemissionen angestrebt. Dann soll mehr CO2 aus der Atmosphäre entnommen und dauerhaft gespeichert werden, als im selben Zeitraum freigesetzt werden.
Die ehrgeizigen Klimaziele, die im Bundes-Klimaschutzgesetz von August 2024 festgelegt sind, werden durch ein Bündel von Maßnahmen verfolgt, die unter dem Begriff „Energiewende“ bekannt sind. Dabei geht es um den Übergang von fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Erdgas zu erneuerbaren Energien – insbesondere Solarenergie, Windkraft, Wasserkraft und Geothermie. Das Ziel ist eine bezahlbare, sichere und umweltverträgliche Energieversorgung.
Energiewende in Deutschland
Der Erfolg der Energiewende hängt nicht nur vom Typ der Energiequelle ab, sondern auch von der Art und Weise, wie wir diese nutzen. Umweltschädliche Emissionen lassen sich beispielsweise auch durch den effizienten Einsatz von Energie senken. Doch trotz immer sparsamerer Elektronikgeräte und Autos ist der CO2-Ausstoß in Deutschland seit den 1990er-Jahren kaum gesunken. Wirtschaftswachstum, steigender privater Konsum und auch sehr stromintensive neue Technologien wie KI-Rechenzentren haben bislang einen deutlichen Rückgang des Energieverbrauchs verhindert.
Verkehr und Gebäude sind Schlusslichter
Nicht nur die Energiewirtschaft muss sich umstellen – die Energiewende betrifft auch die Industrie, den Verkehr, den Gebäudebereich und die Landwirtschaft. Heute spricht man daher häufig von der „Verkehrswende“, wenn es um Elektroautos geht, oder von „Wärmewende“, wenn fossile Heizungen durch strombetriebene Wärmepumpen ausgetauscht werden. Hohe Investitionskosten bremsen allerdings die Energiewende in den verschiedenen Sektoren: 2025 ist der Treibhausgasausstoß im Verkehrs- und Gebäudebereich sogar um 5 Millionen Tonnen gestiegen. Lediglich die Industrie hat, wenn auch hauptsächlich aufgrund von Produktionsrückgängen, weniger Emissionen verzeichnet.
Stromautobahnen von Nord nach Süd
Bei Stromerzeugung und -verbrauch gibt es ein geografisches Gefälle: In den windreichen nördlichen Bundesländern wird deutlich mehr Strom erzeugt, als dort benötigt wird, im Süden hingegen zu wenig. So produzieren etwa Brandenburg und Niedersachsen teils mehr als das Doppelte ihres Strombedarfs, während Baden‑Württemberg und Bayern auf Lieferungen aus anderen Regionen angewiesen sind. Um den Überschussstrom aus dem Norden in die Verbrauchszentren im Süden und Westen zu bringen, entstehen neue Hochleistungsleitungen. Diese „Stromautobahnen“ verlaufen durch mehrere Bundesländer und werden größtenteils als Erdkabel verlegt. 2025 wurden erstmals die Genehmigungsverfahren für die vier großen Gleichstromprojekte A‑Nord, Ultranet, SuedLink und SuedOstLink abgeschlossen. Die Herausforderung bleibt jedoch, dass Planung und Genehmigung für Netzausbau und viele Erneuerbaren‑Projekte weiterhin nicht Schritt halten – der Ausbau der Leitungen hinkt dem Ausbau von Wind- und Solaranlagen hinterher.
Flexibilisierung: Das Herzstück der neuen Stromwelt
Gut zu wissen: Mit dynamischen Stromtarifen von günstigen Börsenpreisen profitieren
Seit dem 1. Januar 2025 müssen Stromlieferanten wie Erenja ihren Kunden einen dynamischen Stromtarif anbieten. Der Preis für diesen Tarif orientiert sich an den täglichen Spotpreisen der Börse. Am Sonntag, den 11. Mai 2025 fielen die Strompreise für Kunden mit diesen dynamischen Tarifen erstmals in den negativen Bereich – sogar nach Abzug der Abgaben und Steuern machten Sie ein Plus, wenn Sie in den Mittagsstunden den PV-Speicher oder das luden. Grund für die extrem niedrigen Preise war eine „Hellbrise“ – eine Wetterlage, bei der sowohl Photovoltaik-Anlagen als auch Windkraftanlagen optimal Strom erzeugen, während die Nachfrage nach Strom gering ist. Bis Mitte Dezember 2025 gab es in Deutschland 575 Stunden mit negativen Strompreisen, 118 Stunden mehr als 2024 (457 Stunden) und deutlich mehr als 2023 (301 Stunden). Im Winter treten Hellbrisen allerdings seltener auf.
Tipp: Bei Erenja können Kunden einen dynamischen Stromtarif nutzen, ohne dafür ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) zur zeitlichen Steuerung ihres Verbrauchs zu benötigen.
Geräte mit dem Handy effizient steuern
Mit kleinen Steuerboxen am Smart Meter lassen sich steuerbare Verbraucher wie Wallboxen, Wärmepumpen oder Haushaltsgeräte automatisch verschieben: E-Autos laden dann später, wenn genügend Strom vorhanden ist, und Wärmepumpen bekommen bei Überschuss zeitweise mehr Strom, um das Wasser im Pufferspeicher zu erhitzen. Künftig springen also nicht mehr nur Großkraftwerke und Industrie ein, um das Netz auszugleichen, sondern auch private Verbraucher helfen mit, indem Waschmaschine, Trockner oder das Laden des E-Auto-Akkus dann laufen, wenn der Strom günstig und möglichst erneuerbar ist, etwa in windreichen Nächten.
Batteriespeicher als Schlüssel zur Energiewende
Heimspeicher für Solaranlagen
In Deutschland sind inzwischen weit über zwei Millionen PV-Batteriespeicher installiert, Tendenz stark steigend. Die installierte Speicherkapazität liegt bei über 22 GWh und reicht aus, um rechnerisch rund 2,5 Millionen Haushalte einen ganzen Tag lang mit Strom zu versorgen. (3-Personen-Haushalt mit 3.200 kWh p.a.). Parallel wächst der Markt für Großbatteriespeicher rasant: Mehrere hundert Anlagen mit zusammen deutlich über einem Gigawatt Leistung sind bereits am Netz, viele weitere in Planung. Studien sehen bis 2030 ein Vielfaches der heutigen Kapazität, weil Batteriespeicher immer häufiger als Alternative zu neuen Gaskraftwerken und als Schlüssel für Systemdienstleistungen eingesetzt werden.
Batteriespeicher als Lösung
Speicher sind neben flexiblen Verbrauchern und intelligenten Netzen die dritte Säule der erneuerbaren Stromversorgung. Sie verschieben Strom zeitlich und entlasten so Netze und Kraftwerke. Solar-Heimspeicher speichern tagsüber erzeugten Photovoltaik-Strom und stellen ihn abends und nachts bereit. Sie erhöhen den Eigenverbrauch und machen Haushalte unabhängiger vom Netz. Großspeicher stabilisieren das Stromsystem, indem sie kurzfristig Regelenergie bereitstellen, Lastspitzen kappen und Strom aus Wind- und Solaranlagen zwischenspeichern, die sonst zur Netzstabilisierung abgeregelt würden. Ende 2025 waren hierzulande etwa 2,3 Millionen Speicher im Einsatz.
Alles Wichtige zu Energie und Nachhaltigkeit auf einen Blick
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